Gedanken

Vor 3 Jahren waren 8 von 10 meiner Gedanken schädlich.

Im beruflichen Umfeld sah das dann beispielsweise so aus:

→ „Meine Kollegen und mein Chef sind unzufrieden mit mir."

→ „Die Zulieferung hätte schon gestern da sein müssen."

→ „Ich muss das noch heute abschließen."

Was ist das Problem daran?

– Jeder dieser Gedanken ist entweder unwahr, nicht änderbar oder unnötig zeitkritisch.

– Das zulassen und fortlaufende Grübeln darüber trainiert mein Gehirn im negativen Denken.

– Langfristig raubt das unnötig Energie und beeinflusst mein Wohlbefinden und meine Leistung.

Mich haben diese wiederkehrenden Gedanken am Ende bis in den Burnout gebracht.

Irgendwann habe ich dann damit begonnen, mich jeden Abend für 5 Minuten hinzusetzen und alle aufkommenden Gedanken aufzuschreiben. Anschließend bin ich für jeden unangenehmen Gedanken die folgenden 3 Fragen durchgegangen:

1. Ist das wahr? — Nein? → Loslassen, überprüfen oder anpassen.

2. Kann ich es ändern? — Nein? → Loslassen und in Akzeptanz üben.

3. Muss das jetzt sein? — Nein? → Loslassen oder die Aufgabe für später planen.

Auf die obenstehenden Gedanken angewandt sah das dann so aus:

→ „Meine Kollegen und mein Chef sind unzufrieden mit mir." – eine Annahme, keine Tatsache → Überprüfen.

→ „Die Zulieferung hätte schon gestern da sein müssen." – nicht änderbar → Loslassen.

→ „Ich muss das noch heute abschließen." – unnötig zeitkritisch → Für morgen planen.

Heute sind oft nur noch 2 von 10 meiner Gedanken schädlich und ich übe mich weiterhin darin zu entscheiden, welchen Gedanken ich meine Aufmerksamkeit schenke und welchen nicht.

Durch diese Erfahrung habe ich gelernt, dass meine Gedankengänge trainierbar sind: Sowohl negativ, als auch positiv.

Die Wissenschaft dahinter nennt sich Neuroplastizität: Die Anpassbarkeit automatischer Gedankenmuster.

Jede bewusste Hinterfragung eines Gedankens legt eine neue Spur – und macht die alte schwächer.

Solche Denkmuster sind oft mit unangenehmen Gefühlen verknüpft, die wir nicht wahrhaben wollen.

Deshalb reicht die Arbeit mit Gedanken allein oft nicht aus.

Selbstregulation braucht die Arbeit mit Gedanken, Gefühlen und dem Körper.

In meinen Vorträgen zur Burnout-Prävention arbeite ich deshalb immer auch mit meinem Gefühlskompass, der die wichtigsten Ebenen der Selbstregulation abbildet und konkrete Werkzeuge mit an die Hand gibt.

Mehr Informationen dazu in meinem letzten Post: https://lnkd.in/eE9Nq9bG

Der oben beschriebene Umgang mit den eigenen Gedanken ist eines der Werkzeuge im Gefühlskompass.

Welche Gedanken kosten dich gerade am meisten Energie?

Schreib mir gern oder hinterlass einen Kommentar. Ich freue mich auf das Gespräch!

#BurnoutPrävention #Selbstregulation #Gefühlskompass

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